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Cuckold

Ist Cuckold sein eine psychische Störung?


Männer, die darauf stehen ihre Cuckold Phantasien auszuleben, egal in welcher Form auch immer, müssen sich regelmäßig mit allerlei Vorurteilen und auch Anfeindungen auseinandersetzen. Außenstehende sind sogar manchmal der Ansicht, dass Cuckolds an einer psychischen Störung leiden, da es nicht “normal” sei seine Frau mit anderen Männern schlafen zu lassen und dadurch sogar sexuelle Erregung zu empfinden. Zwar prallt diese unsachliche Kritik an den meisten Cuckolds ab, doch hinterlässt mitunter seine Spuren. “Vielleicht stimmt wirklich etwas mit mir nicht”? werden sich viele Betroffene fragen.
Um diese Vorurteile aus dem Weg zu räumen und um der Kritik sachlich umzugehen, wollen wir einen Blick in den diagnostischen und statistischen Leitfaden psychischer Störungen, in englischer Sprache mit DSM angekürzt, werfen. Dieser Leitfaden spielt im amerikanischen Raum eine zentrale Rolle bei der Definition und Diagnostik psychischer Erkrankungen. In diesem Leitfaden werden psychische Erkrankungen kategorisiert und dadurch fassbarer gemacht.

Welche Merkmale deuten laut DSM auf eine psychische Störung hin?

Ein Kriterium, welches gemäß des diagnostischen und statistischen Leitfadens auf eine psychische Störung hindeutet ist ein klinisch auffälliges Verhalten bzw. ein psychisches Syndrom oder Muster, das sich bei einer Person zeigt.
Ein weiteres Anzeichen für eine psychische Störung ist, dass es mit einem gegenwärtigen Leiden verbunden ist, zum Beispiel mit dem komplexen regionalen Schmerzsyndrom, oder mit einer Behinderung. Als weitere Alternative benannt das DSM das deutlich erhöhte Risiko, Tod, Schmerzen, eine Behinderung oder einen erheblichen Freiheitsverlust zu erleiden.

Die psychische Störung muss nicht zwangsläufig eine erwartbare und kulturell sanktionierte Reaktion auf ein bestimmtes traumatisches Ereignis, wie der Tod eines geliebten Menschen, sein.

Zudem stellt sich eine psychische Störung als die Manifestation einer verhaltensbezogenen, psychologischen oder biologischen Dysfunktion des einzelnen Individuums dar.

Jedoch stellen weder abweichendes Verhalten, sei es nun politischer, religiöser oder sexueller Art oder Konflikte, die hauptsächlich zwischen dem Einzelnen und der Gesellschaft stattfinden psychische Störungen dar, es sei denn dass gerade dieses abweichende Verhalten oder die Konflikte ein Symptom der Erkrankung darstellen.

Kann das Cuckold sein in diese Kategorien und Merkmale der psychischen Störung eingeordnet werden?

Will man jetzt ganz rational und objektiv herausfinden, ob das Ausleben der Cuckold-Phantasie als psychische Störung klassifiziert werden kann, dann muss man lediglich die offiziellen Kriterien der psychischen Störung mit dem eigenen Verhalten abgleichen. ganz konkret bedeutet das also, stellt der Wunsch danach, dass die eigene Frau oder Partnerin mit anderen Männern schläft eine psychische Störung nach den oben beschriebenen Kriterien dar? Handelt es sich dabei um klinisch auffälliges Verhalten oder um ein wiederkehrendes psychisches Muster? Wohl eher nicht.
Ist die sexuelle Vorliebe des Cuckolding vielleicht die Ausprägung eines gegenwärtigen Leidens? Auch dies muss wohl verneint werden. Fraglich ist es ebenfalls, ob das Cuckolding ein deutlich erhöhtes Risiko mit sich bringt Schmerzen, Tod oder eine Behinderung zu erleiden. Dafür sind absolut keinerlei Anhaltspunkte sichtbar.
Auch kann der Wunsch danach, dass die eigene Partnerin Sex mit weiteren Männern hat, nicht zwangsläufig als eine Reaktion auf traumatische Erlebnisse gewertet werden. Weiterhin ist es abwegig zu denken, dass Cuckolding sich als Manifestation einer psychologischen, verhaltensbezogenen oder biologischen Dysfunktion darstellt. Auch ist das Cuckolding, selbst dann wenn man es aufgrund von veralterten moralischen Vorstellungen als abweichendes Verhalten einordnet, gerade kein Symptom einer tiefer liegenden psychischen Erkrankung.

Es kann also festgehalten werden, dass keine der oben aufgeführten Kriterien für eine psychische Störung auf das sexuelle Verhalten eines Cuckolds übertragen werden kann. Grundsätzlich handelt es sich bei Cuckolding also nicht um eine psychische Störung.

Lassen Sie die Kritik an sich abprallen
Sollten Sie also das nächste Mal aus Ihrem Umfeld mit den Vorwürfen konfrontiert werden, dass Cuckolding eine psychische Störung ist, dann bieten Sie Ihren Kritikern die Stirn. Die Kriterien, die sich im diagnostischen und statistischen Leitfaden psychischen Störungen finden, passen nicht zum Verhalten eines Cuckolds. In keinster Weise. Solche Unterstellungen müssen Sie sich auch nicht bieten lassen.
Solange zwei oder auch gerne mehr erwachsene Menschen Spaß an ihre erotischen Aktivitäten haben und bei ihnen niemand zu Schaden kommt, muss man sich nicht für seine sexuellen Vorlieben schämen und sich schon gar nicht in die Kategorie “psychisch gestört” einordnen lassen. In früheren Zeiten wurden auch sexuelle Ausrichtungen wie Homosexualität oder Analsex als “krank” eingeordnet und teilweise sogar unter Strafe gestellt. Zum Glück sind diese Zeiten heute vorbei. Glücklicherweise ist Cuckolding keine Sexpraktik, die im deutschen Recht als Straftatbestand gilt. Hoffentlich stehen die Menschen diesem Thema zukünftig etwas offener gegenüber und jeder Mensch darf so sein wie er ist.

Fazit:

Ein Cuckold zu sein ist keinesfalls als psychische Störung einzuordnen. Diese Ansicht ist nicht nur völlig überholt, sondern auch grundweg falsch. Das zeigt ein Vergleich des typischen Verhaltens eines Cuckolds mit den Kriterien, die im diagnostischen und statistischen Leitfaden psychischer Störungen für eben diese aufgelistet sind. Wenn Sie also noch einmal mit dem Vorwurf konfrontiert werden, dass Ihre sexuellen Vorlieben “krank” seien, dann treten Sie diesen Vorwürfen entgegen, sollten Sie aus Ihrem Umfeld kommen. Menschen, die Ihnen eh egal sind, können Sie ganz einfach ignorieren.