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Bull

Ein Bull ist im Cuckolding und Hotwifing der Mann, der mit Wissen und Zustimmung eines Paares Sex mit der Frau hat. Er ist der „Dritte“ im Spiel, und seine Aufgabe ist es, die Fantasie des Paares mit Respekt, Diskretion und Rücksicht auf die vereinbarten Grenzen zu erfüllen.

Herkunft und Bedeutung

Das englische Wort „bull“ bedeutet Stier und spielt auf Stärke, Selbstbewusstsein und männliche Potenz an. Der Begriff entstand in der englischsprachigen Swinger- und Cuckold-Szene und wurde später auch im deutschen Sprachraum übernommen. In manchen Kreisen spricht man auch einfach vom Liebhaber, Spielpartner oder Dritten.

Das Bild des Stiers führt allerdings leicht in die Irre. In der Praxis zählen bei einem guten Bull weniger Muskeln oder Körpermaße als soziale Intelligenz. Er muss spüren, was beide Partner brauchen, sich an Absprachen halten und darf die Beziehung des Paares niemals infrage stellen. Ein Bull, der versucht, die Frau dem Partner „wegzunehmen“, hat seine Rolle grundlegend missverstanden.

Die Rolle im Paaralltag

Wie ein Bull in das Leben eines Paares eingebunden wird, ist sehr unterschiedlich. Manche Paare treffen gelegentlich verschiedene Männer, andere haben über Jahre einen festen Bull, der fast zum Freundeskreis gehört. In manchen Konstellationen ist der Cuckold anwesend und beobachtet, in anderen trifft sich die Frau allein mit dem Bull und berichtet danach.

Auch der Ton variiert. In einigen Paaren spielt der Bull eine dominante Rolle und neckt den Partner, wenn dieser das ausdrücklich möchte. In anderen ist die Stimmung freundschaftlich und warm, fast kollegial. Entscheidend ist, dass der Bull die Dynamik nicht selbst bestimmt, sondern sich an dem orientiert, was das Paar vorher festgelegt hat. Er ist Gast in einer bestehenden Beziehung.

Wie man einen passenden Mann findet und worauf man beim ersten Treffen achten sollte, beschreiben wir ausführlich im Ratgeber Bull finden, aber sicher. Und welche Umgangsformen einen respektvollen Bull auszeichnen, steht im Bull-Knigge.

Typische Missverständnisse und Gesundheit

Viele Männer glauben, ein Bull müsse vor allem körperlich beeindrucken. Erfahrene Paare sehen das anders: Zuverlässigkeit, Hygiene, Pünktlichkeit und ehrliche Kommunikation sind deutlich wichtiger. Ein Bull, der Absprachen bricht, Fotos ohne Erlaubnis macht oder Druck ausübt, wird zu Recht schnell wieder ausgeladen.

Ein zweites Missverständnis: Der Bull habe Anspruch auf irgendetwas. Hat er nicht. Das Paar entscheidet jederzeit, ob, wann und wie es weitergeht, und darf ein Treffen auch kurzfristig absagen oder abbrechen. Ein gutes Safeword gilt für alle Beteiligten, auch für den Bull selbst.

Gesundheitlich trägt der Bull eine besondere Verantwortung, weil er oft mit mehreren Paaren Kontakt hat. Kondome, aktuelle Tests auf sexuell übertragbare Infektionen und die Bereitschaft, Ergebnisse offen zu zeigen, sollten selbstverständlich sein. Seriöse Bulls sprechen das Thema von sich aus an.

Für Paare: Lernt einen möglichen Bull zuerst ohne jeden Erwartungsdruck kennen, etwa bei einem Kaffee oder Drink an einem neutralen Ort. Achtet darauf, wie er mit dem Partner umgeht und nicht nur mit der Frau. Wer den Mann ignoriert oder herablassend behandelt, ist selten ein guter Spielpartner. Sprecht nach dem Treffen in Ruhe miteinander und entscheidet erst dann, ob ihr weitergehen wollt.

Verwandte Begriffe: Cuckold, Hotwife, Stag und Vixen, Wifesharing, Safeword, Hotwife-Regeln.

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