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Cuckquean

Eine Cuckquean ist eine Frau, die Erregung, Freude oder eine besondere Form der Nähe empfindet, wenn ihr Partner mit ihrem Wissen Sex mit einer anderen Frau hat. Sie ist damit das weibliche Gegenstück zum Cuckold, und wie bei ihm steht heute die freiwillige, gemeinsame Entscheidung im Mittelpunkt.

Herkunft und Bedeutung

Der Begriff ist älter, als viele vermuten. Schon im 16. Jahrhundert wurde „cuckquean“ im Englischen für eine betrogene Ehefrau verwendet, als Wortspiel aus „cuckold“ und „quean“, einer alten Bezeichnung für Frau. Lange Zeit war das Wort fast vergessen, bis es in den letzten Jahrzehnten in Foren und Communitys wiederentdeckt wurde.

Heute beschreibt es keine Opferrolle mehr, sondern eine Neigung. Die moderne Cuckquean wird nicht betrogen, sondern wählt die Situation bewusst. Sie kann dabei anwesend sein, zuschauen, sich beteiligen oder sich hinterher alles erzählen lassen. Wie beim männlichen Cuckold gibt es Frauen, die eher Eifersucht und Demütigung reizen, und andere, die vor allem Stolz und Zärtlichkeit erleben.

Wie sich das im Alltag zeigt

Cuckqueaning ist deutlich seltener sichtbar als männliches Cuckolding. Das liegt nicht unbedingt daran, dass weniger Frauen diese Fantasie haben, sondern eher daran, dass sie seltener darüber sprechen. Viele Frauen schämen sich für den Wunsch, weil er so gar nicht zum gängigen Bild weiblicher Eifersucht passt.

In der Praxis beginnt es oft mit Fantasien im Schlafzimmer: Die Frau stellt sich vor, wie ihr Partner eine andere begehrt, und merkt, dass sie das erregt. Manche Paare bleiben bei Rollenspielen und Geschichten. Andere suchen eine Spielpartnerin, häufig über Swinger-Plattformen oder Kontaktanzeigen. In der Szene wird eine alleinstehende Frau, die zu einem Paar dazukommt, manchmal als Unicorn bezeichnet, wobei die Dynamik dort oft eine andere ist als beim Cuckqueaning.

Ein wichtiger Gefühlsbegriff in diesem Zusammenhang ist Compersion, also die Freude am Glück des Partners, auch wenn dieses Glück mit jemand anderem entsteht. Viele Cuckqueans beschreiben genau dieses Gefühl als Kern ihrer Neigung.

Missverständnisse und was Paare wissen sollten

Das häufigste Vorurteil lautet, eine Cuckquean habe ein geringes Selbstwertgefühl oder lasse sich von ihrem Partner ausnutzen. Natürlich gibt es Beziehungen, in denen ein Partner den anderen zu etwas drängt, und das ist dann ein ernstes Problem. Eine echte Cuckquean aber trifft ihre Entscheidung selbst, oft sogar als treibende Kraft. Ebenso falsch ist die Annahme, sie empfinde keine Eifersucht. Häufig ist die Eifersucht da, wird aber anders erlebt, als Spannung oder sogar als Teil des Reizes.

Für Paare, die sich dem Thema annähern, gelten dieselben Grundregeln wie bei jeder offenen Spielart: ehrliche Gespräche, klare Grenzen, ein vereinbartes Safeword und viel Nähe danach. Gerade beim ersten Mal kann es überraschend starke Gefühle geben, positive wie negative. Plant deshalb Zeit ein, in der ihr ungestört miteinander reden könnt.

Auch die dritte Person verdient Respekt. Sie ist kein Werkzeug für die Fantasie des Paares, sondern ein Mensch mit eigenen Wünschen und Grenzen. Offenheit über die Rollen und darüber, was sie erwarten kann, verhindert Enttäuschungen. Safer Sex mit Kondomen und aktuelle Tests sind auch hier selbstverständlich.

Wer als Frau merkt, dass sie dieser Gedanke reizt, muss sich dafür nicht schämen. Fantasien sind kein Auftrag, sondern zunächst einfach ein Teil der eigenen Sexualität. Ob und wie man sie lebt, lässt sich in Ruhe gemeinsam herausfinden.

Verwandte Begriffe: Cuckold, Compersion, Unicorn, Eifersucht, Soft Swap, Polyamorie vs. Cuckolding.

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