Zimmer 607 – Du entscheidest, wie weit sie heute geht
Eine interaktive Hotwife-Geschichte: Du bist ihr Mann. Eine Hotelbar in einer fremden Stadt, ein Fremder an der Theke – und an jeder Weggabelung triffst du die Wahl.
Das Hotel liegt am Ring, achter Stock, Blick über die Dächer einer Stadt, in der euch niemand kennt. Genau deshalb seid ihr hier. Mara steht vor dem Spiegel im Bad und zieht den Reißverschluss ihres schwarzen Kleides hoch, langsam, ohne dich anzusehen. Achtunddreißig, dunkle Haare, die sie heute offen trägt, und dieser Mund, der dich seit vierzehn Jahren um den Verstand bringt.
Ein Jahr lang habt ihr darüber geredet. Erst nachts im Dunkeln, geflüstert, dann beim Frühstück, dann ganz offen. Du hast es zuerst gesagt: dass du dir vorstellst, wie ein anderer sie ansieht. Wie sie zurücksieht. Wie sie nimmt, was sie will. Sie hat lange geschwiegen. Dann hat sie gesagt: Ich auch.
Die Regeln passen auf eine Serviette, und genau dort stehen sie, in ihrer Handschrift, gefaltet in ihrer Clutch. Kondom, immer. Gelb heißt langsamer. Stopp heißt Schluss, für jeden von euch dreien, ohne Erklärung. Und kein Zwang zu irgendwas: Wenn der Abend nur ein Abend wird, ist er trotzdem eurer.
Sie dreht sich um. „Und?“
Das Kleid sitzt eng. Kein BH, das siehst du sofort. Dein Mund ist trocken.
„Du siehst aus, als wolltest du heute jemanden kennenlernen“, sagst du.
Sie lächelt dieses kleine Lächeln, das nur für dich ist, und tritt so nah an dich heran, dass du ihr Parfum riechst. „Vielleicht will ich das ja.“ Ihre Hand streift über deine Hose, nur kurz, nur prüfend. „Oh. Du auch, wie ich merke.“
Unten in der Bar ist es halb voll. Gedämpftes Licht, Messing, ein Pianist, der niemanden stört. An der Theke sitzt ein Mann allein, Anfang vierzig, graues Jackett, die Ärmel hochgeschoben, breite Hände um ein Glas Whisky. Er sieht kurz auf, als ihr hereinkommt. Er sieht nicht dich an.
Mara drückt deine Hand. Einmal. Das heißt: Ich hab ihn auch gesehen.
